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Kommentare zu den Variablen

D.1 Fahrzeugbestand

Allgemeine Bemerkungen zum Bestand der Strassenfahrzeuge
Die Statistiken zum Bestand der Strassenfahrzeuge (SFZ) waren einem steten Wandel unterworfen und stellen insofern ein Abbild des Motorisierungsprozesses dar. Mit der Zunahme der Fahrzeuge und insbesondere der Fahrzeugtypen veränderten sich parallel laufend die Anforderungen an die statistischen Grundlagen. Das hat aus historischer Warte problematische Konsequenzen, indem es wegen der vielen methodischen Mutationen teils schwierig und nicht selten unmöglich ist, lange homogene Reihen zu erfassen oder zu kreieren. Markante methodische Neuausrichtungen waren in jüngerer Zeit vor allem 1971–1975 zu verzeichnen, als das Fahrzeugregister auf EDV umgestellt wurde, was rückwirkend auf 1971 zu einer teils grundlegenden Neukonzeption der Statistik führte. 1975 wurden sodann seit 1931 erstmals wieder landwirtschaftliche Fahrzeuge in jährlichen Reihen aufgenommen. Ein weiterer einschneidender Umbruch erfolgte 1989. Man mag mit einem gewissen Recht bemängeln, dass vor allem technische Aspekte wie etwa die Nutzlast, die Art der Karosserie, das Gewicht oder die Motorenstärke der Fahrzeuge hier zu kurz kommen. Solche Zahlen finden sich zwar immer wieder in den Statistiken, doch ändern sich die Kategorisierungen laufend, was die Bildung von sinnvollen Langzeitreihen verunmöglicht. Auf genau solche zielt aber das Projekt ab. Der bearbeitete Zeitraum erstreckt sich von 1910–2000. Er kann mit (Online-)Datenbeständen des BFS problemlos weitergeführt werden, da sich die methodischen Grundlagen entsprechen. 1940–1944 liegen abgesehen vom Kanton Zürich nur Angaben für die Gesamtschweiz vor, für das Jahr 1932 gar keine. Die Zählungen des Fahrzeugbestands der Eidgenössischen Verwaltung (EV; Post, SBB usw.) setzten mit Ausnahme der Jahre 1928 und 1929 erst 1951 ein. Die Angaben sind allerdings mit einigen Zweifeln behaftet, etwa was die Sachentransportfahrzeuge Ende der 1980er-Jahre oder die Motorräder bis 1972 anbelangt. Wir liessen uns vom Prinzip leiten, eine möglichst breite Palette von Angaben aufzunehmen. Je nach Anwendungszweck können einzelne Variablen zusammengezogen werden, wie das beispielsweise auch in den St.Jb oder in der Verkehrsstatistik geschah, allerdings unter entsprechenden Vorbehalten. Die wichtigsten Eckwerte sind für die Gesamtschweiz in einem Synthese-File zusammengestellt. Die Datenerhebung basierte auf den folgenden Quellen:

Die wichtigste, weil detaillierteste Quelle stellen die Strassenfahrzeugstatistiken (SFZS) dar, die unter diversen Titeln («Schweizerische Motorfahrzeugstatistik», «Motorfahrzeugbestand in der Schweiz», «Motorfahrzeuge in der Schweiz», «Strassenfahrzeuge in der Schweiz») seit 1931 mehr oder weniger regelmässig erschienen. Die anderen erwähnten Quellen bilden in der Regel lediglich Substrate davon ab, die aber für das Zusammenziehen bestimmter Reihen hilfreich sein können. Dabei ist allenthalben feststellbar, dass die jeweiligen Angaben je nach Quelle und/oder Ausgabejahr nicht immer übereinstimmen. Das kann verschiedene Ursachen haben, etwa dass gewisse Reihen methodisch mutierten oder revidiert wurden. Unsere Angaben beziehen sich primär auf die SFZS und die St.Jb. Allfällige Abweichungen davon sind in den Variablenkommentaren vermerkt. Der Erhebungszeitpunkt bezieht sich ab 1934 jeweils durchwegs auf den Stand Ende September (Ausnahmen 1939 und 1940, August), davor ab 1924 auf Ende Dezember. Die Periodizität der ganz frühen Statistiken variierte, was insofern weniger ins Gewicht fällt, als die Erhebungen sowieso nicht jährlich stattfanden. Grössere zeitliche Verschiebungen gab es zwischen 1923 (Juni) und 1924 (Dezember), als sich der Beobachtungszeitraum auf 18 Monate ausdehnte, sowie zwischen 1933 und 1934 mit einer Verkürzung auf neun Monate. Bei der räumlichen Zuordnung (Kantone, Gemeinden) ist zu erwähnen, dass bis 1974 die Fahrzeuge nach dem Wohnort des Halters, danach jedoch nach dem Standort des Fahrzeugs erfasst wurden. Massgebend war das Standortregister der Abteilung für Transporttruppen (ATT; vorher ATR «Abteilung für Transportdienst und Reparaturen») des Eidgenössischen Militärdepartements (EMD).